700 Jahre Industriegeschichte zum Anfassen

Am Sonntag, den 14. September 2026, öffnete der Förderverein Montanregion Erzgebirge e. V. – mit freundlicher Genehmigung der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH, Eigentümerin des Geländes – die Tore des historischen Hüttengeländes Muldenhütten in Freiberg. Rund 150 Besucher:innen nutzten die Gelegenheit, um bei vier exklusiven Führungen die faszinierende Vergangenheit und die spannenden Perspektiven dieses UNESCO-Welterbe-Standorts zu erleben.

Ein Ort mit 700 Jahren Tradition

Das Hüttengelände Muldenhütten ist einer der ältesten noch aktiven Hüttenstandorte Deutschlands und gehört seit Juli 2019 als Teil der deutsch-tschechischen Montanregion Erzgebirge/Krušnohoří zum UNESCO-Weltkulturerbe. Bereits 1318 wurde die Muldener Hütte erstmals urkundlich erwähnt – und seither prägt der Standort die Geschichte der Silber- und Buntmetallgewinnung im Erzgebirge. Von den Schmelzhütten des Mittelalters über die Münzstätte Muldenhütten (1887–1953) bis hin zur modernen Recyclinghütte spiegelt das Gelände die Entwicklung der Hüttentechnologie über die Jahrhunderte wider.

Besonders beeindruckend sind die denkmalgeschützten Bauwerke wie das Huthaus von 1655, das Zylindergebläse (1827/1828), die Pattinsonhütte (1856) oder das Schachtofengebäude (1887/1939). Diese Zeugnisse der Industriekultur vermitteln ein lebendiges Bild von der technologischen und sozialen Bedeutung des Standorts – nicht nur für Freiberg, sondern für ganz Sachsen.

Führungen: Geschichte und Zukunft im Dialog

Die vier Führungen des Tages wurden von Professor Helmuth Albrecht, dem Vorsitzenden des Fördervereins Montanregion Erzgebirge e. V., geleitet. Im Mittelpunkt standen nicht nur die historischen Anlagen, sondern auch die Zukunft des Geländes. Seit 2023 arbeitete das Projekt „recomine LLV Muldenhütten“ daran, den Standort als Lern-, Lehr- und Vermittlungsort zu entwickeln – mit Schulprojekttagen, Ausstellungen und Workshops, die die Industriekultur für junge Generationen erlebbar machen.

Die Besucher:innen zeigten sich besonders fasziniert von der Verbindung aus Tradition und Innovation: Während die historischen Öfen und Maschinen von der Blütezeit der Metallverarbeitung erzählen, steht der Standort heute für moderne Recyclingtechnologien – ein Beispiel dafür, wie Industriegeschichte und Nachhaltigkeit Hand in Hand gehen können.

Großes Engagement, große Resonanz

Ein herzlicher Dank gilt allen ehrenamtlichen Helfer:innen des Fördervereins, der SAXONIA Standortentwicklungs- und -verwaltungsgesellschaft mbH für die Unterstützung sowie den Besucher:innen, deren Neugier und Begeisterung den Tag zu einem besonderen Erlebnis gemacht haben. Die offenen Gespräche und Diskussionen während der Rundgänge zeigten: Muldenhütten ist nicht nur ein Ort der Erinnerung, sondern auch ein Ort der Inspiration für die Zukunft.

Ausblick: Muldenhütten als lebendiges Denkmal

Der Erfolg des diesjährigen Tags des offenen Denkmals bestärkt den Förderverein Montanregion Erzgebirge e. V. in seinem Engagement, die Muldenhütten als lebendiges Denkmal zu bewahren und zugänglich zu machen. Geplant sind unter anderem:

  • Regelmäßige öffentliche Führungen (die nächste findet am Samstag, 3. Oktober 2026, 14:00 Uhr statt)
  • Weiterentwicklung des Lern- und Vermittlungsorts im Rahmen unseres neuen LEADER-geförderten Projekts zur Erstellung einer Konzeption für das Huthaus
  • Kooperationen mit Schulen, Hochschulen und regionalen Vereinen, um die Industriekultur für alle Altersgruppen erlebbar zu machen

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